Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl


WOZU tue ich mir diese Arbeit (mein Masterprojekt) an?
Hat es einen tieferen Sinn oder ist es (m)ein persönliches Ziel?
Endstand dieses Ziel erst DURCH einen Sinn?


Meine Motivation ist es, die Empathie  junger Menschen im Volksschulalter, zu fördern. Durch Einstimmung auf chronisch kranke Menschen, soll die Inklusion eben jener im Klassenzimmer gefördert werden. Aber warum ist dieses Ziel entstanden? 

Die Inspiration für diesen Blogeintrag erhielt ich von einem Zeitungsartikel der am 1. September von Helmut Graf in der "Neue Vorarlberger Tageszeitung" veröffentlicht wurde - zum zwanzigsten Todestag Viktor E. Frankls am 2. September 2017. Wer ist Frankl? Der Facharzt für Psychiatrie und Neurologie hat den Holocaust knapp überlebt. Von seiner Familie war nur mehr er alleine übrig. Er stand vor einer wichtigen Entscheidung: Aufgeben oder weiterleben. Er entschied sich einen neuen Sinn im Leben zu finden und anderen Menschen dabei zu helfen ihren Sinn zu entdecken.
"Wozu - nicht warum - lebe ich?" - Viktor E. Frankl
Die Frage nach dem Sinn des Lebens betrifft uns alle. Der Sinn des Lebens muss von jedem selbst erkannt- bzw bestimmt - werden. Ohne an den Glauben an einen Sinn (auch dem des Lebens) fehlt uns Menschen jegliche Motivation ein Ziel zu erreichen. 
Weil ich selbst von einer chronisch rheumatischen Krankheit betroffen bin, habe ich mir dieses Masterprojekt als Ziel gesetzt.


"Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie." Nietzsche


Das Leben mit einer rheumatischen Krankheit ist nicht immer einfach. Schmerzen die sich chronifizieren, oder auch Folgeerscheinungen von Medikamenten schreien förmlich danach, einen tieferen Sinn im Leben zu suchen.
Während dem Lesen des Zeitungsartikels fiel mir immer mehr auf wie sehr ich Frankls Aussagen bejaen kann:

"Wir sind aufgefordert den Sinn in jeder Lebenssituation zu entdecken, gerade dann, wenn alles sinnlos erscheint.", Viktor E. Frankl

Auf jeden Fall möchte ich mit meinem Leben etwas hinterlassen, das anderen Menschen hilft. Wenn ich dies durch meine Erfahrungen aufgrund meiner Krankheit schaffen kann, dann nutze ich diese durch mein Projekt und mein Engagement für etwas Positives für andere Erdenbürger.

"Entweder ich stelle mich dem, was mir das Leben aufgibt - ich lebe also - oder ich gebe mich selbst auf und werde gelebt.", Viktor E. Frankl

Ich könnte genauso gut im Selbstmitleid versinken und aufgeben. Mit Morbus Still, einer der aggressivsten Formen rheumatischer Erkrankungen, hätte ich genügend Gründe dazu. Doch wir Menschen sind nicht dazu bestimmt alleine zu sein und alles alleine zu bewältigen; was wir zum Beispiel schon in der Bibel finden:

"Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.", 
Genesis 2,18 (Elberfelder Übersetzung, 2006, SCM R. Brockhaus, Witten; Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg)
Anstatt aufzugeben helfe ich also anderen.
Und was gibt es denn besseres oder schöneres, als anderen Menschen zu helfen?
Oder wie es der Dalai Lama formiliert hat:
"Our prime purpose in this life is to help others. And if you can't help them, at least don't hurt them." 
Tenzin Gyatso
So finde ich es besser, den Sinn meines Lebens zu suchen und zu erkennen. Durch den Sinn meines Lebens habe ich nun auch ein Ziel. Der Unterschied zwischen einem Ziel und dem Sinn liegt darin: Wenn das Ziel erreicht ist gibt es immer noch einen Sinn und man kann sich ein nächstes Ziel setzen. Aber wenn man nur ein Ziel hat, das einem Sinn gibt, dann ist auch der Sinn vorbei, wenn man das Ziel erreicht hat.

wichtige Literatur zu diesem Blogeintrag:

Danzer, Gerhard (2011): "Viktor Frankl", Berlin, Heidelberg: Springer

Graf, Helmut (2017): "Am Anfang war der Sinn" (Artikel in der "Neue Vorarlberger Tageszeitung, Seite 2-3)




Kommentare

  1. Schöner Text. Ja, anderen Menschen zu helfen, ist auf jeden Fall eine schöne Sache. Und: Jetzt weiß ich endlich, wie der Dalai Lama mit bürgerlichem Namen heißt. Darüber hatte ich mir bisher aber ehrlich gesagt auch überhaupt keine Gedanken gemacht. :-)

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    1. Hihi, ich mir bislang auch nicht. Danke für das liebe Kommentar :)

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